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Teleskope

Es gibt im Grunde zwei Typen von Teleskopen: die Refraktoren (Linsenteleskope) und die Reflektoren (Spiegelteleskope). Zusätzlich gibt es noch diverse Misch-Typen.

Der Refraktor besteht aus einem Objektiv (vorne) und einem Okular (hinten). Das Objektiv erzeugt im Brennpunkt ein auf dem Kopf stehendes, seitenverkehrtes Bild. Dieses wird vom Okular vergrößert. Die Verwendung eines Zenitspiegels erleichtert zum einen den Einblick und erzeugt ein aufrecht stehendes, aber immer noch seitenverkehrtes Bild.

Beim Reflektor befindet sich der Hauptspiegel am Ende des Tubus. Der Sekundärspiegel reflektiert das vom Hauptspiegel kommende Licht entweder zur Seite oder (durch ein Loch im Hauptspiegel) nach hinten.

Das Newton-Teleskop
Das Schmidt-Cassegrain (SC)
Das Maksutov
Das Ritchey Chretien (RC)
Das Dall-Kirkham (mit Linse)

Okulare

Man braucht verschiedene Vergrößerungen:

  • gering (20- bis 40-fach) für einen guten Überblick.
  • mittel (ca. 80-fach) für größere Objekte
  • groß (Objektiv-Durchmesser in mm) für kleine Objekte wie Planeten und Doppelsterne
  • Evtl.: sehr groß (doppelter Objektiv-Durchmesser in mm) für kleine Objekte wie Planeten und Doppelsterne

Die Vergrößerung hängt von der Brennweite des Teleskops ab. Sie berechnet sich zu:

Vergrößerung = Teleskopbrennweite / Okularbrennweite

Daraus ergibt sich:

Okularbrennweite = Teleskopbrennweite / Vergrößerung

Z.B. für ein Teleskop mit 1000mm Brennweite:

Vergrößerung Okularbrennweite
20 50mm
100 25mm
200 5mm
400 2,5mm

Ein weiteres Kriterium ist die Austrittspupille, d.h. der Durchmesser des aus dem Okular austretenden Lichtstrahls. Dieser sollte nicht größer als der Durchmesser der Pupille im Dunkeln sein (etwa 8mm) und nicht kleiner als 2mm.
Die Austrittspupille errechnet sich zu:

Austrittspupille = Objektivdurchmesser / Vergrößerung

Z.B. für ein Teleskop mit 200mm Öffnung und 1000mm Brennweite:

Austrittspupille Okularbrennweite
8mm 40mm
2mm 10mm

Da es Okulare nur mit bestimmten Brennweiten gibt (oder sehr teuer sind), muss man hier Kompromisse eingehen.

Montierungen

Da sich die Erde um ihre Nord-Süd-Achse dreht, muss ein Teleskop in die entgegengesetzte Richtung bewegt werden. Dies nennt man Nachführung.

Azimutal vs. Parallaktisch (siehe Himmelsmechanik Teil1: die Erde im Raum) Bei einer azimutalen Montierung steht die eine Achse senkrecht und die andere waagerecht. Dies hat den Nachteil, dass das Teleskop in beiden Achsen nachgeführt werden muss. Dies bewirkt eine Bildfelddrehung.

Bei der parallaktischen Montierung wird die Rektaszensions-Achse nach Norden ausgerichtet und so gekippt, dass der Winkel zur Horizontalen dem Breitengrad des Beobachters entspricht. Dadurch liegt sie parallel zur Erdachse, zeigt also auf den Nordpol. Darum muss zur Nachführung nur diese Achse gedreht werden und die Bildfelddrehung wird vermieden.

Beobachten

Sich am Himmel orientieren

Stellen Sie als erstes die Himmelsrichtungen fest.
Finden Sie dann den Polarstern im kleinen Bären. Die Sterne dieses Bildes sind bis auf den Polarstern relativ schwach. Deshalb sucht man den großen Bären und verlängert die Linie der Hinterkante ca. 5-mal. Beide Sternbilder sind zirkumpolar, d.h. sie gehen nie unter. Allerdings stehen sie zu verschiedenen Jahreszeiten (und Uhrzeiten) an verschiedenen Stellen.

Als nächstes sollte man vesuchen, die wichtigsten Sternbilder zu erkennen. Hier hilft eine drehbare Sternkarte, oder ein entsprechendes Buch.

Wie die Sonne, so gehen auch die Sternbilder im Osten auf, erreichen im Süden den höchsten Punkt ihrer Bahn (kulminieren) und gehen im Westen wieder unter.
Wenn man zum Beispiel an einem klaren Tag Anfang Januar gegen 17:00 Uhr den Himmel betrachtet, so steht das Sternbild Stier im Osten.
Gegen 21:00 steht der Stier bereits hoch im Süd-Osten.

Der Beobachtungsort

Freie Sicht in alle Richtungen, oder zumindest nach Süden, denn hier kulminieren die Beobachtungsobjekte, d.h. sie erreichen den größten Abstand vom Horizont (die sog. größte Höhe).

Dunkelheit: Der Beobachtungsort sollte frei von störenden Lichtquellen sein, wie Straßenlaternen, beleuchteten Fenstern oder vorbeifahrenden Autos. Auch Lampen in weiterer Entfernung können stören, wenn sie genau in Blickrichtung liegen. Selbst Städte in größerer Entfernung führen bis zu einer gewissen Höhe zu einer Aufhellung des Himmels.

Windschutz: An einer windgeschützten Stelle ist es zum einen weniger kalt, zum anderen kann Wind ein Fernrohr und damit sein Bild zum Zittern bringen, was die Beobachtung beeinträchtigt.

Darum, und auch zur Abschirmung von Lichtquellen, ist es gut, wenn in einiger Entfernung Bäume, Büsche, Hecken oder Gebäuden einen gewissen Schutz bieten.
Den idealen Platz wird man i.a. nicht in unmitelbarer Nähe seiner Wohnung finden.

Was muss mit?

Machen Sie sich eine Liste, z.B.:

  • Stativ
  • Montierung
  • Teleskop
  • Okulare
  • Sternkarte
  • Stuhl
  • Heiße Getränke

Das Seeing

Die Sicht auf die Sterne wird durch die Atmosphäre behindert. Zum einen enthält sie Staub und Feuchtigkeit, welche die Durchsicht trüben. Zum anderen stört die Luftunruhe, verursacht durch Wind und aufsteigende Warmluft, bzw. absinkende Kaltluft. Letzeres macht sich im Teleskop dadurch bemerkbar, dass das Bild mal scharf und dann wieder unscharf ist.

Die Qualität des Himmels kann vereinfacht durch die Sichtbarkeit von Sternen verschiedener Helligkeit beurteilt werden.

Seeing Visuelle Grenzgröße
6 (schlecht) 3m5
5 4m0
4 4m5
3 5m0
2 5m5
1 (sehr gut) 6m0

Eine andere Methode ist die Bortle-Scala:

Stufe Standort Beschreibung Sterne
1 - 3 Gebirge und
Hochgebirge
Milchstraße stark strukturiert, Wolken wirken dunkel vor dem Himmel. 6m5 und besser
4 Guter
Landhimmel
Milchstraße strukturiert, alle Sterne des kleinen Wagens sichtbar, M13, M44, etc. sichtbar, Wolken wirken heller als der Himmel. 6m0
5 Vorort Milchstraße im Zenit sichtbar, Andromeda-Galaxie sichtbar. 5m5
6 - 9 Stadt Milchstraße nicht sichtbar, schwache Sternbilder nicht sichtbar. 5m0 und schlechter

Was womit beobachten?

Schauen Sie NIE in die Sonne. Schon mit bloßen Auge kann das zu einer Schädigung der Netzhaut führen. Erst recht mit einem Teleskop das viel mehr Licht sammelt. Bestimmt hat jeder schon gehört, dass man mit einem Brennglas ein Feuer entzünden kann. Entsprechend verbrennt die Netzhaut, d.h. MAN ERBLINDET!

Zum Vergleich: Die Pupille hat im Mittel einen Durchmesser von 5mm. Daraus ergibt sich eine Fläche von ca. 20mm2. Schon ein kleines Fernrohr hat einen Objektivdurchmesser von 50mm. Daraus ergibt sich eine Fläche von ca. 1963mm2. Das ist fast das 100-fache !

Übersicht

Mit bloßem Auge sollten unter dunklem Landhimmel z.B. folgende Objekte zu sehen sein: Sternbilder, Sternschnuppen, Mond, Orionnebel, die Milchstraße, Alkor und Mizar, Andromeda-Nebel, M44, h+chi Persei.

Fernglas: offene Sternhaufen (Plejaden, M44)

2-Zöller bis Vergrößerung 50-fach: Mond, Doppelsterne, offene Sternhaufen.

4-Zöller bis Vergrößerung 150-fach: Mond, Doppelsterne, offene Sternhaufen, einfache Kugelsternhaufen und einfache Galaxien (grad so), Planeten.

Ab 8 Zoll: Deep Sky

Was ist bei der Auswahl der zu beobachtenden Objekte zu beachten?

Der Mond kann mit seinem Licht die Beobachtung lichtschwacher Objekte behindern, insbesondere, wenn er in der Nähe des Objektes steht.
Außerdem ist die Luftunruhe in der zweiten Nachthälfte geringer.

Man sollte ein Teleskop schon in der Dämmerung aufbauen damit es auskühlen kann. Dies kann je nach Bauart verschieden lange dauern. (30 Minuten bis eine Stunde.) Natürlich sieht man schon vorher etwas, aber die Schärfe wird mit der Zeit besser.

Was kann man beobachten und womit?

Objekt Bortle Instrument
Mond alle Alle Teleskope
Planeten alle Hohe Vergrößerung (ab 150-fach)
Jupiter-Monde 1 - 5 Geringe Vergrößerung (30- bis 50-fach)
Große, helle Sternhaufen 1 - 5 Feldstecher, Teleskoppe mit geringer Vergrößerung (bis 50-fach)
Andromeda-Galaxie 1 - 5 Feldstecher, Teleskoppe mit geringer Vergrößerung (bis 30-fach)
Schwache Sternhaufen 1 - 4/5 Feldstecher, Teleskoppe mit Vergrößerung bis 100-fach
Helle Galaxien 1 - 4/5 Großfernglas (20x80), Teleskope bis 50-fach
Orion-Nebel 1 - 5 Feldstecher, Großfernglas, Teleskope bis 100-fach
Helle planetarische Nebel 1 - 5 Teleskope ab 8 Zoll, Vergrößerung um 200-fach
Schwache Nebel 1 - 4 Teleskope ab 8 Zoll, Vergrößerung um 200-fach